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Felix Stalder

Copyfights

Heute stehen sich zwei grundsätzlich verschiedene Ansichten, wie mit geistigen Gütern umgegangen werden soll, gegenüber. Auf der einen Seite die eher traditionelle Vorstellung die geistige Güter als klar voneinander abgrenzbare Objekte versteht, die von einem einzelnen Autoren (oder einer klar definierbaren Autorengruppe) geschaffen werden. Daraus leitet sich ein individueller Eigentumsanspruch ab. Dem entgegen steht die Ansicht, dass geistige Güter aus der Auseinandersetzung in einem kulturellen Kontext entstehen, der das Rohmaterial für die Werke liefert und in den die Werke wieder zurückfliessen, um dann wieder weiterverarbeitet zu werden. Ein solche Konzeption beruht nicht auf dem Recht der Kontrolle des Schöpfers, sondern auf dem Recht des Zugangs der Allgemeinheit. Wie der Konflikt zwischen diesen zwei Visionen gelöst wird, wird wesentlich die Geschwindigkeit und die Richtung der technologischen und kulturellen Entwicklung der Informationsgesellschaft bestimmen.